57 Kilometer geradeaus durch den Fels

Projekt: Gotthard-Basistunnel, Schweiz
Ingenieurgemeinschaft: Gähler und Partner AG, Ennetbaden, Schweiz
Bauherr: AlpTransit Gotthard AG, Luzern, Schweiz
Fotos: Gähler und Partner AG, Ennetbaden, Schweiz
Beteiligte Nemetschek Marken: Allplan

Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk

Ein Jahrhundertprojekt, das Ende der 90er Jahre an mehreren Stellen in Angriff genommen wurde nähert sich mit der Inbetriebnahme im Dezember 2016 seinem vorläufigen Ende. Mit einer Abweichung von nur 0,00014% - oder 8 cm horizontal und 1 cm vertikal - verbinden sich die fünf Abschnitte des längsten Eisenbahntunnels der Welt zur schnellsten Querung der Alpen. Tief im Herzen des Gebirges, mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2.300 m entstanden zwei einspurige Tunnelröhren mit ca. 180 Querstollen.

Der Tunnelvortrieb wurde mit speziellen Bohrmaschinen von über 400 m Länge, deren Bohrköpfe einen Durchmesser von 8,80 Metern haben und mit jeweils 58 Spezialmeißeln bestückt sind, sowie mit Sprengstoffen erarbeitet.

Das Tunnelgewölbe aus Ortbeton muss an jeder Stelle mindestens 30 cm stark sein, um entweder den ungewöhnlich hohen Spannungen und Drücken mithilfe von Stahlbogen, Bewehrung und Spritzbeton standhalten zu können oder Bewegung durch den Einbau weicher Bereiche zuzulassen, innerhalb derer sich das Gebirge verformen kann. Hierzu werden spezielle Stahlprofile verwendet, die sich – ähnlich wie Stoßdämpfer – zusammenschieben lassen. Anfallendes Tunnelwasser wird durch einen Kanal unterhalb des Tunnels abgeführt. Die im Berg erwarteten hohen Temperaturen erfordern einen permanenten Luftaustausch. Die durchfahrenden Züge sollen durch den Kolbeneffekt die Luft herauspressen. Sollte dies nicht ausreichen, werden mechanische Lüftungen nachgerüstet.