Nemetschek erhöht die Prognose für 2010

  • Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2010 um 9 Prozent gesteigert
  • EBITDA-Marge von 25 Prozent
  • Prognose für das Geschäftsjahr 2010 erhöht

München, 30. Juli 2010 – In den ersten sechs Monaten 2010 konnte die Nemetschek AG (ISIN 0006452907), Europas größter Anbieter von Software für Architektur, Ingenieurwesen und Bauindustrie, die Umsatzerlöse im Konzern im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 71,2 Mio. Euro steigern. Das EBITDA legte um 36 Prozent auf 17,6 Mio. Euro zu, die EBITDA- Marge lag erstmals in der Firmengeschichte bei 25 Prozent. Damit übertraf der Konzern die eigenen Prognosen. Der Jahresüberschuss stieg von 4,7 Mio. Euro auf 9,1 Mio. Euro. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 20,3 Mio. Euro nach 13,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Umsatz aus Lizenzverkäufen 18 Prozent im Plus

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 steigerte der Konzern vor allem die Umsätze aus Lizenzverkäufen: Sie stiegen um 18 Prozent auf 34,9 Mio. Euro. Allerdings waren sie in den ersten sechs Monaten 2009, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, auch um 21 Prozent eingebrochen. Die Umsätze aus Wartungsverträgen erhöhten sich im ersten Halbjahr 2010 um 5 Prozent auf 32,1 Mio. Euro - hier setzte sich der positive Trend aus 2009 fort. Auch in den von der Krise 2009 besonders betroffenen ausländischen Märkten konnte der Konzern die Umsatzerlöse deutlich steigern: Sie legten um 14 Prozent von 37,8 Mio. Euro auf 42,9 Mio. Euro zu. Erfreulich stabil blieb der deutsche Markt, hier stiegen die Umsatzerlöse um 3 Prozent auf 28,4 Mio. Euro.

Deutlich zulegen konnten vor allem die Geschäftsfelder Planen und Multimedia: Im Segment Planen stieg der Umsatz um 10 Prozent auf 58,4 Mio. Euro. Der Bereich Multimedia konnte seine Umsatzerlöse sogar um 29 Prozent auf 4,5 Mio. Euro erhöhen. Das Geschäftssegment Bauen hielt mit 6,5 Mio. Euro in etwa das hohe Umsatzniveau aus dem Vorjahreszeitraum (6,7 Mio. Euro). Der Bereich Nutzen erzielte mit 1,8 Mio. Euro ebenfalls Umsätze nahezu auf Vorjahresniveau (2 Mio. Euro).

EBITDA-Marge von 25 Prozent

Dank der gestiegenen Umsatzerlöse und anhaltender Kostendisziplin erwirtschaftete der Konzern im ersten Halbjahr 2010 ein EBITDA von 17,6 Mio. Euro (Vorjahr: 12,9 Mio. Euro). Dies entspricht einer operativen Marge von 25 Prozent nach 20 Prozent im Vorjahr. Mit 60,7 Mio. Euro lagen die betrieblichen Aufwendungen nur leicht über dem Vorjahr (59,0 Mio. Euro). Das ist im Wesentlichen auf die umsatzabhängigen Kostenbestandteile wie etwa gestiegene Händlerprovisionen zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug knapp 12,9 Mio. Euro nach rund 8,1 Mio. Euro im Vorjahr. Das Finanzergebnis ist geprägt durch einen Sondereffekt: Durch den Verkauf von 8 Prozent an der bisherigen 30-Prozent-Beteiligung an der DocuWare AG (Germering) wurden 1,6 Mio. Euro erzielt.

Der Jahresüberschuss lag somit bei 9,1 Mio. Euro nach 4,7 Mio. Euro im Vorjahr. Damit beläuft sich das Ergebnis je Aktie (Konzernanteile, unverwässert) auf 0,92 Euro nach 0,48 Euro im Vorjahreszeitraum. Das gute Ergebnis des ersten Halbjahres 2010 spiegelt sich auch im Cashflow wider: Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg um 6,7 Mio. Euro auf 20,3 Mio. Euro. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -1,2 Mio. Euro nach -2,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009. Damit lag der Free Cashflow bei 19 Mio. Euro.

Trotz Dividendenausschüttung (4,8 Mio. Euro), Darlehenstilgungen (5,3 Mio. Euro) sowie Zinszahlungen (1,2 Mio. Euro) erhöhten sich die liquiden Mittel des Nemetschek Konzerns im Vergleich zum 31. Dezember 2009 um 7,4 Mio. Euro auf 30,8 Mio. Euro. Damit überstiegen sie die verbliebenen Darlehen aus der Graphisoft-Akquisition (27,0 Mio. Euro) um 3,8 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote der Nemetschek AG beträgt 50,3 Prozent (31. 12. 2009: 49,9 Prozent).

Prognose erhöht

'Nach den deutlichen Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr 2009 sind wir auf gutem Weg, verlorenes Terrain zurückzugewinnen,' kommentiert Ernst Homolka, CEO der Nemetschek AG. 'Das erste Halbjahr 2010 verlief erfolgreicher als von uns erhofft'. Das sei umso bemerkenswerter, als der Forschungsverbund der Baubranche, Euroconstruct, für 2010 weiterhin einen Rückgang der europäischen Bauwirtschaftsleistung prognostiziere. Für das Gesamtjahr 2010 erhöhe die Nemetschek AG ihre Prognosen - auch wenn es weiterhin einige konjunkturelle Unwägbarkeiten gäbe. Statt eines Umsatzwachstums von 3 bis 5 Prozent erwartet der Konzern nun ein Plus von 7 bis 9 Prozent. Vor diesem Hintergrund und bei nur leicht erhöhtem Kostenniveau peilt das Unternehmen für 2010 eine EBITDA-Marge von rund 24 Prozent an. 'Das wäre die höchste Marge, die Nemetschek je erreicht hat - selbst im Boomjahr 2007 betrug sie nur 23 Prozent', betonte Homolka.