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Building Lifeycle Intelligence™ – Konsequente Datennutzung im Baulebenszyklus

Insbesondere bei komplexen Projekten ist ein modellbasierter Ansatz nicht effizient. Wie wäre es, wenn wir uns stattdessen auf die Daten selbst konzentrieren und diese an einem zentralen Punkt organisieren, auf den alle Beteiligten zugreifen können, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten?

Autor

Viktor Várkonyi
Chief Division Officer, Planning & Design Division & Board Member Nemetschek Group
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Mit einem datengesteuerten Designansatz werden alle Informationen in einem strukturierten, konsistenten Format generiert und sind für alle Projektbeteiligten leichter zugänglich.
Augmented Reality im Fernsehen: Neuer Trend oder Nischendasein?

Ein scharf geschossener Freistoß; zeitgleich zeigt eine Einblendung, wie schnell der Ball fliegt und in welchem Winkel er im Tor landen wird. Die Wetterprognose für das Wochenende und die Möglichkeit, minutiös den Zug der Wolken und die Intensität der Sonneneinstrahlung zu verfolgen. Eine Dokumentation über Vulkane und zeitgleich die Bilder aufsteigender Asche, die Geräusche eines echten Vulkanausbruchs. Diese computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung nennt sich Augmented Reality und ist ein Grundpfeiler des Internets der Dinge. Es geht darum, die virtuelle und reale Welt immer weiter zu verschmelzen. Im Gegensatz zu Virtueller Realität, bei der ein Nutzer komplett in eine virtuelle Welt eintaucht, wird bei Augmented Reality die physische Realität weiterhin wahrgenommen, jedoch um virtuelle Elemente, wie Grafiken, Statistiken, Bilder, Videos ergänzt. Beliebt ist diese Technologie unter anderem auch im Marketing, um neue Produkte erlebbar zu machen, z.B. eine virtuelle Markise an einer realen Hauswand zu simulieren. Derzeit nur auf dem Handy oder Smartphone verfügbar, breitet sich der Trend auch in Film und Fernsehen aus.

Der Ansatz, die Realität zu erweitern, hat bereits eine lange Tradition: Bereits in frühen Filmen gab es statische Einblendungen wie „The End“ oder - in Zeiten des Stummfilms - geschriebene Ausrufe und Dialoge. Damit wurden die Zuschauer bei der Stange gehalten – und es war erstmals möglich, mehr Informationen darzustellen als der Film an sich hergab. Diese Einblendungen galten jedoch lange als „Luxusgut“: von Hand gezeichnet waren sie sehr teuer und zeitintensiv in der Erstellung. So sollte es auch lange bleiben – erst mit dem Beginn der Digitalisierung in den späten 1970er Jahren wurden Grafiken für Film und Fernsehen professionalisiert. Das erste Unternehmen, das sich auf die Erstellung von Grafiken in Film und Fernsehen spezialisierte, Digital Effects, trug nicht nur zur Produktion von Eröffnungssequenzen für Kinofilme bei, sondern etablierte sich auch bei den großen Fernsehsendern durch die Produktion von Grafiken für nationale Werbespots. Damit begann die Zeit der großen Veränderungen: Durch die Entwicklung des Personal Computer (PC) und einer Grafikoberfläche mit Icons und Symbolen anstelle von grünem Text auf schwarzem Grund, konnten Animationen in einem Bruchteil der Zeit und komplett digital erstellt werden. So entstanden die ersten Animationsfilme. Das Aufkommen von 3D in den 90ern sorgte für einen regelrechten Wettbewerb unter Creative Designern um die Produktion möglichst realitätsgetreuer und detailreicher Darstellungen. Aber auch das Fernsehen veränderte sich damals für immer: Bis zu diesem Zeitpunkt waren die eingesetzten Grafiken klobig, benötigten den gesamten Fernsehbildschirm und bestanden häufig aus zusammengesetzten Fotografien, Kartenausschnitten und Grafiken. Mithilfe von 3D und der digitalen Erstellung von Grafiken wurden diese deutlich günstiger – und damit lukrativer für Fernsehsender, die sie nicht nur in ihren Nachrichtensendungen, sondern vermehrt auch in Sportsendungen einsetzten.

Von statischen Dialogkarten zur Verschmelzung von Realität und virtueller Welt

Bis heute ist die Entwicklung von Grafiken für den Einsatz im Fernsehen, so genannte Sendegrafiken, von Veränderung geprägt. Das Aufkommen des Internets sorgte für neue Aufteilungen zwischen Realität und Grafik: Der Moderator, der links oder rechts von der Bildschirmmitte positioniert war, teilte sich den Bildschirm mit einem Inhaltsbereich, der in der Regel eine zusammengesetzte Grafik oder Videomaterial zum Thema enthielt, und einem Laufschriftenbereich am unteren Rand des Bildschirms mit den wichtigsten Meldungen des Tages, Wetterinformationen sowie Sportergebnissen und Statistiken. Diese Module oder Segmente sorgen für eine kontinuierliche Bewegung auf dem Bildschirm, um die Aufmerksamkeit des Zuschauenden aufrechtzuerhalten – und für Kritik: Das Format sei zu voll und überfordere die Zuschauenden.

Heute werden Sendegrafiken noch zu genau demselben Zweck genutzt, wie zu Zeiten des Stummfilms oder in den Sechzigerjahren: Sie sollen vor allem zusätzliche Informationen vermitteln, einen zusätzlichen Wert stiften. Nur das „Wie?“ unterliegt ständigen Veränderungen. Mithilfe von Augmented Reality ist es erstmals möglich, Elemente, Grafiken, Videos und Bildmaterial, das „eigentlich gar nicht da ist“, einzublenden, greifbar und verständlich zu machen und damit auch zu interagieren. Grundvoraussetzung für die Entwicklung dieser Welten sind benutzerfreundliche, leistungsstarke und flexible Softwarelösungen. Der Nutzer oder die Nutzerin braucht einen internetfähigen Fernseher, ein Smartphone oder Tablet, oder eine so genannte Augmented Reality Brille, damit die virtuell animierten Bilder dargestellt und wahrgenommen werden können. Über die Internetverbindung zwischen Fernseher und Smartphone, bzw. AR-Brille wird das Fernsehprogramm erkannt und die passenden Augmented Reality-Elemente eingeblendet.

Neue Technologien erschließen neue Wege

Heute geht es nicht mehr um die Frage, wann sich das Fernsehen und damit unsere Sehgewohnheiten verändern werden – sondern wie. „Mit Augmented Reality lassen sich Unterhaltung, Nachrichten und die Welt um uns herum nachhaltig verändern“, erklärt David McGavran, CEO von Maxon.

Augmented Reality ist nur der Anfang einer neuen Denkweise, in der Smartphones, Tablets, das Internet und das Fernsehen miteinander verschmelzen und zu mehr Interaktion und aktiver Teilnahme am Fernsehprogramm führen. Das klingt vielversprechend, doch wie jede andere technologische Innovation steht auch diese vor Herausforderungen. „Das Potenzial von Augmented-Reality-Inhalten kann zwar aufregend sein, aber ein übermäßiger Einsatz birgt auch Probleme. Wie bei Filmen mit vielen visuellen Effekten besteht die Gefahr von Reizüberflutung. AR hat den höchsten Nutzen, wenn sie sinnvoll und angemessen eingesetzt wird“, rät David McGavran.

Auch wenn Augmented Reality heute noch ein Nischendasein fristet, beweist der technologische Fortschritt: Gerade im Bereich der Sendegrafiken, in dem es darauf ankommt, wie die Zuschauenden Informationen wahrnehmen und verarbeiten, kann erweiterte Realität ein wichtiges Instrument sein, um neue Wege in der Seherfahrung einzuschlagen.

Mehr Informationen zu Augmented Reality finden Sie unter: https://www.nemetschek.com/de/marke/maxon

Building Lifecycle Intelligence umfasst darüber hinaus weitere Disziplinen und Vorgänge, mit einer zentralen Datenmanagementlösung wie dRofus als Dreh- und Angelpunkt. Unser Ziel in der Nemetschek Group ist es, durch datengetriebene Prozesse über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und auf Basis offener Standards die Effizienz in der Baubranche deutlich zu steigern. Unsere Lösungen – wie Archicad, Allplan Bimplus, Solibri und Spacewell – können im Zusammenspiel mit dRofus erhebliche Vorteile für die Anwendenden bringen. dRofus ist das Bindeglied und bildet den roten Faden für das Common Data Environment und die Standardisierung von projektspezifischen IDs und Klassifizierungen. Unser Ansatz ermöglicht eine effiziente, disziplinübergreifende Koordination bis ins kleinste Detail durch Verbindungen zwischen allen Systemen aus allen Modellen innerhalb der Datenbank.

Bauleute, Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer und Facility Manager stehen mit den aktuellen modellbasierten BIM-Prozessen im Grunde vor ähnlichen Herausforderungen: Die verschiedenen Berufsgruppen arbeiten nach Modellierungsstandards, die am besten zu den von ihnen erwarteten Lieferungen und vertraglichen Pflichten passen. Das hat zur Folge, dass dieselben Informationen viele Male modelliert werden, jedoch häufig unter verschiedenen Gesichtspunkten. Ebenso kommt es bei der Übergabe von Modellen von einer Projektphase zur nächsten zu Datenverlusten. Bei einem modellgesteuerten Ansatz führt die Erstellung und Verwaltung von Informationen innerhalb der Modelle folglich a) zur Bildung von Silos, b) bedeutet dies, dass wir kritische Informationen Modellen zuweisen, die eine begrenzte Lebenszeit haben, und c) beschränkt sich der Zugriff auf diejenigen Beteiligten, die über Kompetenzen im jeweiligen Autorentool verfügen.

Ein datengetriebener Ansatz löst alle oben genannten Probleme. Wenn wir die physische Speicherung von Geometrie und Informationen trennen und alle relevanten Daten während des gesamten Gebäudelebenszyklus in einer zentralen Datenbank speichern, können alle Beteiligten das Modell mit Informationen anreichern, die für alle Mitglieder des Projektteams sichtbar und nutzbar sind. Da die Daten auf einem Cloud-Server gespeichert sind, können alle BIM-Tools mit der zentralen Datenbank synchronisiert werden. Dies gewährleistet Konsistenz und Langlebigkeit der Informationen bis hin zur Verwaltung der Anlage. Die Vorteile: nahtlose, disziplinübergreifende Datenaggregation und Zusammenarbeit über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes. Im Einzelnen bedeutet dies, dass die mit den Objekten verbundenen Metadaten während der gesamten Planungs-, Entwurfs-, Bau- und Betriebsphase gepflegt und aktualisiert werden. Mit einem datengesteuerten Designansatz werden diese Informationen in einem strukturierten, konsistenten Format generiert und sind für den Facility Manager leichter zugänglich. So können sie zum Beispiel bei Renovierungsarbeiten einfacher genutzt werden.

Im Gegenzug können die Daten und Erkenntnisse, die während der Betriebsphase eines Gebäudes – wir sprechen hier in vielen Fällen von 30 Jahren oder mehr – gewonnen werden, bei der Planung und Gestaltung des nächsten Gebäudes wiederverwendet werden. Wir müssen die Bauindustrie als einen immerwährenden Kreislauf betrachten, nicht nur, was die Wiederverwendung von Materialien (Kreislaufwirtschaft), sondern auch die Wiederverwendung von Daten betrifft. Der Zugang zur gesamten "Intelligenz" ist der Schlüssel zur Optimierung der Abläufe und zu besseren Entscheidungen für das nächste Projekt oder die nächste Projektphase. Mit Building Lifecycle Intelligence™ stehen wir am Anfang einer spannenden Reise zur Steigerung von Effizienz und Qualität. Eine Reise mit einem enormen Veränderungspotenzial.

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