Direkt zum Inhalt
Zurück

Die Vorteile von BIM in der Praxis

Building Information Modeling (BIM) steht für effizienteres Arbeiten und mehr Kooperation. Für KÖZTI Architects & Engineers gab ein Großprojekt den Ausschlag dafür, zukünftig bei allen Projekten auf BIM zu setzen – mit erheblichen Vorteilen auch für die Entscheidenden.

Autor

Nemetschek Group
Back
Die Puskás Aréna in Budapest gab den Ausschlag dafür, zukünftig bei allen Projekten auf BIM zu setzen. (c) György Palkó mit freundlicher Genehmigung von KÖZTI Architects & Engineers
Erfolg mit offenen Standards: Vorteile von BIM für alle Beteiligten

Building Information Modeling (BIM) wird oft als Antwort auf die Frage nach einer effizienteren Arbeitsweise und mehr Kooperation genannt. Doch viele Beteiligte in der AEC/O-Industrie sind noch skeptisch, ob BIM vielleicht nur eine Modeerscheinung ist. Für KÖZTI Architects & Engineers in Ungarn ist BIM mehr als nur eine Anforderung von Kund*innen, die es zu erfüllen gilt. Die Vorteile von BIM in der Praxis sind erheblich, denn BIM bietet auch anderen Parteien in der Wertschöpfungskette des Bauwesens große Vorteile.

Das Stadion, das alles veränderte

Im Jahr 2013 begann KÖZTI mit der Planung der Puskás Aréna in Budapest, einem großen und komplexen Projekt. Durch den großen Umfang des Projekts sowie die Komplexität der Kombination der historischen Struktur mit dem neuen Gebäude und die sich daraus ergebende Datenmenge, die für BIM erforderlich sein würde, ergaben sich von Projektbeginn an viele Herausforderungen für KÖZTI. Bei über 200 beteiligten Personen und 30 verschiedenen Auftragnehmenden sowie den verschiedenen Unterauftragnehmenden war eine ständige Kommunikation erforderlich, um die Arbeiten und Änderungen zu koordinieren.

KÖZTI nutzte mehrere OPEN-BIM-Softwarelösungen der Nemetschek Group zur Planung und Ausführung des Projekts und erzielte damit hervorragende Ergebnisse. Seitdem hat sich KÖZTI diese digitale Arbeitsweise zu eigen gemacht und setzt BIM bei jedem Projekt ein – nicht nur zum eigenen Nutzen, sondern auch zum Vorteil der anderen Projektbeteiligten.

Die Vorteile von BIM für Kund*innen

Die Entscheidung für den Einsatz von BIM bei der Puskás Aréna wurde von den Bauleuten getroffen, hatte aber für sie und das gesamte Projektteam mehrere Vorteile: Mit BIM konnten die Bauleute über den Fortschritt informiert werden und das aktuelle Modell einsehen, ohne dass sie sich in eine spezielle Software einarbeiten mussten. Dies verbesserte die Transparenz und bot die Gewissheit, dass das Projekt wie geplant voranschreitet, was eine bessere Kontrolle ermöglichte.

Auch die Bauleute profitieren von einer besseren Bauqualität. Da das 3D-BIM-Modell alle wesentlichen Informationen aus allen Disziplinen vereint, ist es für das Projektteam viel einfacher, mögliche Probleme schon vor dem Baubeginn zu beseitigen. Dies trägt dazu bei, die Anzahl der erforderlichen Änderungen zu verringern, Abfall und unnötigen Materialverbrauch auf der Baustelle zu reduzieren und mögliche Verzögerungen zu beseitigen. Bei der Puskás Aréna beispielsweise hätte die Notwendigkeit, ein bestehendes Gebäude mit einem Neubau zu kombinieren, auf der Baustelle zu Schwierigkeiten führen können, wenn die beiden Entwürfe nicht wie geplant zusammengepasst hätten. Das hätte wiederum zu Zeitverzögerungen und Kostenüberschreitungen geführt. Mit BIM und 3D-Modellierung konnte dieser Schritt jedoch genau geplant und Probleme vermieden werden.

Nach Abschluss der Bauarbeiten kann das BIM-Modell auch als Grundlage für den Betrieb oder das Facility Management verwendet werden. Da das Modell alle Informationen über Produktspezifikationen und Leistungsdaten enthält, ist es eine wertvolle Ressource für das künftige Asset Management, die Renovierung und sogar den Abriss.

Die Vorteile von BIM für Bauunternehmende

Die Zusammenarbeit mit einem vorausschauenden Planungsbüro wie KÖZTI hat auch für Bauunternehmende Vorteile. Da der Entwurf als 3D-BIM-Modell vorliegt, gibt es eine Vielzahl von verbesserten Planungsmöglichkeiten. Dadurch können Bauprobleme vor dem Beginn der Arbeiten vor Ort gelöst werden, ohne dass das Modell manuell neu erstellt werden muss. Bei der Puskás Aréna musste KÖZTI beispielsweise nur ein einziges Modell exportieren und konnte es über IFC-Schnittstellen, die dem Industriestandard entsprechen, mit anderen externen Projektpartner*innen teilen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht auch bessere Kostenvorhersagen und sogar eine Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit auf der Baustelle.

Mit dem 3D-Modell entfallen zum Beispiel die zeitaufwändige Ermittlung von Mengen und Kosten des Bauvorhabens – diese werden mit Hilfe automatisierter Berichte schnell aus dem 3D-Modell abgeleitet. Darüber hinaus kann der Bauablauf mithilfe des Modells in 3D geplant und simuliert werden, um eine genaue Prognose der Bauzeit zu erhalten. Mit diesen Informationen lassen sich Angebote und Zeitpläne mit weniger Aufwand präziser gestalten.

Ein weiterer Vorteil des 3D-Modells besteht darin, dass das Layout der Baustelle sorgfältig geplant und so ein effizienter und sicherer Aufbau gewährleistet werden kann. Es können verschiedene Phasen ausprobiert und die Auswirkungen temporärer Arbeiten auf die Baustelle besser beurteilt werden. Sogar Materiallieferungen werden genauer geplant, da der Zustand des teilfertigen Bauwerks zu jedem Zeitpunkt anhand des Modells bestimmt werden kann. Diese zusätzliche Planung kann dazu beitragen, dass die Baustelle für die Arbeiter sicherer wird und effektiver voranschreitet.

Das Bestandsmodell kann mit dem Fortschreiten der Arbeiten aktualisiert werden, so dass alle Informationen an einem zentralen Ort gesammelt werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Bestandsmodell dann an die Kund*innen übergeben, die es im Rahmen seines Facility- oder Betriebsmanagements für das Bauwerk nutzen kann. Für avantgardistischere Kund*innen können Auftragsnehmende, die BIM auf diese Weise einsetzen, ein entscheidender Faktor bei der Auftragsvergabe sein.

Mit offenen Standards zum Erfolg

Der Bau der Puskás Aréna ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie BIM den Prozess für mehrere Projektbeteiligte effizienter gestaltet. Für KÖZTI hat die verbesserte Kommunikation, Zusammenarbeit und Koordination durch BIM, dazu geführt, dass das Unternehmen vollkommen auf eine digitale Arbeitsweise umgestellt hat. Das Resultat sind bessere Projektergebnissen. Die Vorteile dieser Arbeitsmethode beschränken sich jedoch nicht nur auf Architekt*innen – ein offenes, kollaboratives Projekt wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit für alle Projektbeteiligten erfolgreich sein.

Themen & Insights
Alle anzeigen